Dolmetschen in Gebärdensprache- OnlineEinsätze

Worauf ist zu achten? Was ist schwierig? Was ist möglich?

Ausstattung:
grundsätzlich: gute Kamera, guter und ruhiger Hintergrund, stabile Internetverbindung.

Vor dem Einsatz:
Welche Medien werden genutzt?
Sind die Zugangscodes / der Link verschickt?
Darauf achten, dass spätestens ab 1h- 1,5h immer 2 Dolmetscher bestellt werden.

Ebenfalls wichtig ist, ob der Online-Auftrag aufgezeichnet und veröffentlicht wird oder nicht. Ist es ein Live-Stream und verbleibt dieser im Netz oder wird er danach wieder gelöscht? Nicht jeder

Dolmetscher stimmt dem verbleib im Netz zu! Für Bildrechte können auch extra Kosten entstehen. Bitte unbedingt vorher klären.

Wie hoch ist die Teilnehmerzahl?
Die Namen an den Dolmetscher weitergeben von derjenigen Person, die die Gesprächsleitung innehat und selbstverständlich des Gehörlosen.

Zeit vor dem Termin einplanen/ vereinbaren: mit dem Dolmetscher zur Vorbesprechung, Inhalte usw. Das entsprechende Vorbereitungsmaterial ist im Online-Einsatz umso wichtiger, weil die Steuerungs- möglichkeiten der dolmetschenden Person im Vergleich zum Präsenzeinsatz deutlich geringer ist. Online dolmetschen ist viel anspruchsvoller.

Bei längeren Einsätzen sind die Pausen (im Vergleich zu Präsenzeinsätzen) noch wichtiger.

Bitte Gesprächsdisziplin einfordern, und einhalten: Gesprächs-Regeln: – Es redet immer nur einer
– konsequente Benutzung des Mikros
– der Redner muss in der Kamera zu sehen sein

– Wenig Hintergrund-, Störgeräusche

Es ist angenehmer bei großen Veranstaltungen (z.B: Personalversammlung) eine 2. Plattform für die Gehörlosen und den Dolmetscher zu nutzen also einen 2. Bildschirm zu wählen, und parallel dazu an der Veranstaltung nur mit Ton teilzunehmen.
Hybride Situationen (teils vor Ort, teils online) mit ähnlich großer Teilnehmerzahl und Gehörlosen an beiden Orten ist schwierig, wegen der Logistik, wer wen sehen und hören können muss.

Wenn viele Teilnehmer mit Video zugeschalten sind, werden die Bilder dementsprechend kleiner und meistens die Qualität der Übertragung schlechter.
Für den Gehörlosen ist ein großes Bild der Dolmetscher wichtig und für die Dolmetscher beim Voicen ein großes Bild vom Gehörlosen.

Egal bei welcher Plattform, es hat sich bewährt, dass nur die aktiven Redner und der Gehörlose die Kamera eingeschaltet haben. So ist meist die Qualität der Konferenzen stabiler.

Vorsicht bei Skype, hier wurde schon oft schlechte Qualität und schlechter Empfang gemeldet. Die Qualität sinkt massiv bei steigender Teilnehmerzahl.

Für den Einsatz:
Datenschutztechnisch wäre es gut, wenn der Kunde die Dolmetscher beim Online-Auftrag anruft. Nach dem Einsatz:
Es ist teilweise schwierig, an Unterschriften zum Bestätigen des Einsatzes zu kommen. Bitte vorher klären.

Wunsch:
Vorbereitungszeit könnte vergütet werden, Fahrzeiten fallen ja weg.

Alternative:
Wenn es die Möglichkeit gibt, sich vor Ort (z.B. in der Firma) zu treffen und dort wird die Technik gestellt. Vor allem, wenn der Dolmetscher mit einem Co zusammen dort sein kann.

Vor- und Nachteile:

Chancen:

– flexibler /ortsunabhängiger Einsatz möglich
– größere Auswahl bei Dolmetschersuche (bayernweit)

Risiken:

− Datenschutz?
−Dritte können mitschauen, bzw. auch Gefahr von ungewollten Aufzeichnungen und evtl.

Vervielfältigungen der Gespräche
−Wer entscheidet ob Termin online stattfindet?

Bitte nicht ausnutzen um evtl. Fahrtkosten sparen -ausschließlich der gehörlose Kunde und der

Dolmetscher sollten entscheiden dürfen ob dieser spezielle Termin online sinnvoll ist −Auftragsabhängig kann online-dolmetschen möglich sein, aber ist immer nur 2-Dimensional, d.h.

alle Termine sind nicht möglich
−Zwischenmenschliche Informationen gehen verloren (z.B. Mimik, unterschwellige Aussagen usw.) −Ältere Gehörlose fallen durchs Raster
−Technik- Probleme (Ruckeln, Ausfall, schlechtes Netz)
−Zeitmanagement muss zwingend überdacht werden (mehr Pausen werden benötigt, weil

Sprechtempo meist schneller ist). Möglicherweise Absprachen mit Kostenträgern wegen vermehrtem Pausenbedarf und Zeit für Vor- und Nachbereitung

Einsätze die gut machbar sind:
Termine im Arbeitsleben (wie Dienstberatungen, Versammlungen u.a.), Seminare, Vorlesungen im Hochschulbereich und in der Schule (höhere Klassenstufen), Vorträge.

Einsätze die schwierig sind:
Vorstellungs- und Kündigungsgespräche für den Online-Einsatz nicht empfehlenswert Arzttermine (teilweise möglich), Vorstellungsgespräche, Arbeitsamt
Versammlungen, Teamgespräche oder Settings in großen Räumen
Seminare mit mehreren gehörlosen Teilnehmern schwierig.
Aufträge mit viel Anteil zum Voicen.
Gruppen-Austausch (Teambesprechungen oder ähnliches mit viel Diskussionsbedarf)

Bei Fragen gerne an die Dolmetschervermittlung wenden:

Bezirksverband der Gehörlosen Mittelfranken e.V.
Dolmetschervermittlungsstelle
1.Vorsitzender Marcus Willam
Pommernstraße 1, 90451 Nürnberg
Tel. 0911 / 641 09 01
Fax: 0911 / 641 09 02
Mail: Dolmetschervermittlung (a) bdg-mfr.de, Internet: www.bdg-mfr.de

Bürosprechzeiten:
Mo., Di., Mi. von 09:00 Uhr – 12:00 Uhr Do. von 15:00 Uhr – 18:00 Uhr
Fr. nach Vereinbarung

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